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WIE NINTENDO ENTSTAND - GESCHICHTE EINER FIRMA
The Legend of Zelda wurde von Shigeru Miyamoto geschaffen, der bei Nintendo
arbeitete und heute dieses Unternehmen leitet. Wir kennen seine Spiele und wer Miyamotos Biografie gelesen hat, weiß auch wie dieser zu Link und Zelda kam. Zeit etwas über die Firma zu erzählen – denn wusstet ihr, dass Nintendo zu Anfang Spielkarten herstellte und teilweise im Taxi-,Hotel- und Lebensmittelgewerbe aktiv war, Liebestester und Lichtpistolen bastelte, ehe sie zum Videospiel Geschäft gelangten?
Japan 1889. Der Japaner Fusajiro Yamauchi gründet den kleinen Familienbetrieb Nin-ten-do. Übersetzt aus dem Kanji (japanische Schriftzeichen) bedeuten die Silben Pflicht, Aufgabe, Verantwortung (nin); Himmel (ten); Tempel – hier Firma (do). Der Name bedeutet etwa wie: „Arbeite hart und verantwortungsvoll, aber letztlich ist alles in der Hand des Himmels!“
Als Handwerker und Künstler stellte er die traditionellen japanischen Hanafuda Spielkarten her: Es sind hochwertige bemalte Blumenkarten, die sogar von der japanischen Mafia Yakuza gekauft wurden. In Kyoto wuchs der Familienbetrieb über die Jahre zum größten Spielkartenhersteller Japans heran, der nun auch als erstes japanisches Unternehmen 1907 ebenso westliche Spielkarten produzierte.
Fusajiro Yamauchi hatte keinen Sohn, dem er den Familienbetrieb vermachen konnte. Aber er hatte eine Tochter namens Sada und diese wurde mit Sekiryo Kaneda vermählt, der den Namen Yamauchi annahm. 1929 übernahm er den Familienbetrieb als Nachfolger von Fusajiro und folgte den neuen industriellen Möglichkeiten: Fließbandarbeit wie auch die Vertriebsorganisation wurde eingeführt. Schnellere Produktion und Verkauf führten zu einem noch größerem Erfolg der japanischen Firma und zu einem guten Image. Da wie Fusajiro auch Sekiryo keinen Sohn als Nachfolger bestimmen konnte, wurde das Unternehmen 1949 an seinen Enkelsohn Hiroshi Yamauchi vermacht. Dieser war gerade als junger Jurist tätig und setzte auf eine strenge Unternehmensstrategie, mit der Nintendo weiterhin auf Erfolgskurs bleiben sollte. Dafür schloss er mit Walt Disney 10 Jahre später 1959 ein Lizenzabkommen ab, womit er mit diesen Spielkarten große Umsätze erzielte.
Aber dies sollte der letzte Schlagerfolg Nintendos sein. Wegen zurückgehender Umsätze und des stets schlechter werdenden Images der Hanafuda-Karten in den 50er Jahren, hatte zwar Yamauchi mit dem Abkommen mit Walt Disney einen letzten Streich ausgespielt, aber inzwischen suchte die Firma nach neuen Firmenzweigen. So experimentierte das Familienunternehmen erst im Lebensmittelgewerbe per Instant-Reis, dann per Eröffnung eines Stundenhotels und auch im Taxigeschäft, bis Yamauchi letztendlich sich auf die Wurzeln der Firma besann.Mit dem Eintritt von dem jungen Elektroingenieur Gunpei Yokois 1969 begann Nintendo 1970 mit der Herstellung von Spielzeug. Denn Gunpei Yokoi sollte schon bald der Vater des Game&Watch als auch des GameBoys werden. In der Entwicklungsabteilung unter Leitung von Ingenieur Hiroshi Imanishi suchte Nintendo nach einem Verkaufshit für das Weihnachtsgeschäft. Yokoi entwickelte daraufhin die Ultra-Hand: Ein Plastik-Greifarm, der sich beim Öffnen und Schließen verlängerte. Insgesamt verkauften sie sich 1,2 Mio. Mal und wurden in Japan bekannt. Ferner erschienen darunter auch eine Ballwurfmaschine als auch ein Liebestester, der die gegenseitige Liebe zweier Menschen messen sollte.
Mit den einfachen Telespielen der Serie Nintendo Game & Watch erfolgte 1977 der Einstieg in den Markt für Unterhaltungselektronik. Denn durch Yokois Erfindungen schloss sich Masayuki Uemura dem Entwicklerteam an, der vorher als Vertreter für Solarzellen gearbeitet hatte. Yokoi und Uemura mussten sich verstanden haben, denn die Zusammenarbeit brachte mehrere Erfolge heraus: 1970 erschien eine Art Lichtpistole, die man Zuhause an Minischießbuden nutzen konnte. 1973 wurde diese Technik auch in Spielhallen benutzt. 1974 hingegen entwickelte Nintendo die Lichtpistole weiter: In „Wild Gunmen“ musste der Spieler mit einem Lichtgewehr auf eine Leinwand schießen, wo echte Szenen von Gegnern projektiert wurden.
Yamauchi sah schon früh eine Chance in dem jungen aber noch unerforschten Videospielmarkt. 1975 kaufte er die Lizenz für den Vertrieb der ersten Pong-Konsole und 1977 erschien mit „Color TV Game 6“ mit 6 Pong Varianten die erste eigene Konsole in Zusammenarbeit mit Misubishi. Auch erschienen im Selben Jahr die Game&Watch Serie von Uemura und Yokoi, die kurzerhand für Erfolg sorgten und die Industrie der Spielkonsolen eröffnete. 1979 entwickelte das Unternehmen Arcade-Spiele für Spielhallen. Ebenso versuchte Nintendo es mit fernsehbasierten Kopien amerikanischer Spielesysteme, die ohne austauschbare Module auskamen. Allerdings hatte die Firma weder Originelle Ideen für Spiele, noch waren die Spielautomaten wirklich gut. Zur dieser Zeit stand der Markt der Videospielbranche in den USA sehr schlecht und nachdem die Firma mit dem Automatenspiel Radarscope eine große Pleite erlitt, drohte dem US Standort Nintendos der Bankrott.
Das Unglück änderte sich aber mit einem jungen Industriedesigner, der dann von Yamauchi die Aufgabe zugeteilt kam, diesen Automaten zu verbessern. Doch Shigeru Miyamoto sah, dass das System von Radarscope zu primitiv war und entwarf dagegen eigene Charaktere. Donkey Kong – der sture Affe – war sein erster Charakter, der die Freundin von einem namenlosen Handwerker „Jumpman“ entführt hatte. Donkey Kong entwickelte sich gegen aller Erwartungen zu einer Erfolgsgeschichte. 1984 brachte Nintendo in Japan den Family Computer (Famicom) heraus, der in den westlichen Ländern als Nintendo Entertainment System (NES) bekannt wurde. Mit Jumpman, der nun als Mario mit seinem Bruder Luigi die Leinwand betrat, entwickelte Nintendos Spielekonsole sich zum großen Erfolg: Yamauchi wollte eine Konsole, basierend auf dem amerikanischen Prinzip, günstig im Verkauf und durch austauschbare Module niemals langweilig werden könnte. Mit Miyamotos Spielen gelang Nintendo mit dem NES und dem 1989 erschienen Gameboy als tragbare Version der Durchbruch. Über die Jahre entwickelte Nintendo seine Spielekonsolen weiter. Der Erfolg des Unternehmens, das bis 2003 nach eigenen Angaben etwa 215 Millionen Geräte und über eine Milliarde Spiele verkauft hat, verdankt es hauptsächlich Spieleentwicklern wie Shigeru Miyamoto, der Ikonen des Videospiels wie Super Mario, Donkey Kong oder Link erfunden hat.
Lange Zeit blieb Nintendo unangefochtener Marktführer. Das änderte sich zunehmend in den vergangenen Jahren mit zunehmenden Konkurrenzdruck durch Wettbewerber wie Sony (Playstation) wie auch Microsoft (XBox), bis Nintendo mit der Konsole Wii nachlegte. Der Handheldmarkt wurde bis Ende 2004 von Nintendo beherrscht, bis Sony mit dem Playstation Portable Konkurrenz bereitete. Der Nintendo Handheld "Nintendo DS" gilt momentan als der Erfolgreichste Handheld auf dem Markt.
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