Einst, als das Chaos gebot und Licht und Schatten vereinigt waren, lange bevor die Erde Leben barg, richtete Xeron, Herr des Chaos, über jegliches Sein. Bis zu jenem Moment, da die Drei Göttinnen Din, Nayru und Farore vom Himmelreich hinabfuhren und Xeron bändigten. Dort, wo seine Macht erstarb, ward eine Welt geboren. Doch überzog sie Unordnung. Licht und Schatten waren eins, wollten nicht voneinander ablassen, nicht geschieden waren Feuer und Wasser. Verbunden war alles, das nicht zusammengehörte, unwillig sich zu trennen. Noch schwand keine Nacht dahin, noch brach kein Morgen an.
Nun erkannte Din, Göttin der Kraft, dass dem nicht sein durfte, und breitete ihre feurigen Arme aus. Mit ihrer Stärke befahl sie die Urkräfte, spaltete diese und gestaltete die Form der Welt. Trostlos und verlassen blieb die Erde, wüst und karg, finster und ohne Leben. Daraufhin ergoss Nayru, Göttin der Weisheit, ihre unbefleckte Seele über das Land, um der Welt das Wissen und die Gesetze des Geistes zu gewähren. Kein Leben bestand allerdings, um das Wissen zu nutzen und die Gesetze zu hüten. Denn leblos war die Erde und leer und unvollendet die Schöpfung. Daher hauchte Farore, Göttin des Mutes, der Welt den Odem des Lebens ein und erschuf alle Kreaturen, auf dass sie wuchsen und gediehen, das Land bevölkerten und bewahrten.
Vier Früchte erwählte Farore, die anderen Geschöpfe zu befehlen und zu umhegen. Die Gabe der Vernunft sollte den Völkern zu eigen sein und sie in gerechtem Unterschied zueinander stehen, galt keines mehr vor den Göttern.
Die Erste Frucht war der Gorone. Steine formten sein Dach, sein Brot und seinen Körper.
In die Berge begab er sich und suchte die Nähe der irdischen Feuer, liebte er die hitzigen Flammen. Die Zweite Frucht war der Zora. Meere und Flüsse dienten ihm als Heim und Pfad, ihre Geschöpfe nährten und begleiteten ihn. Mit den Gewässern vertraut fügte er sich in den ewigen Kreis des Elements ein. Die Dritte Frucht war der Deku. Bäume boten ihm Obdach und die Früchte sein tägliches Mahl. Im Einklang mit der Natur wanderte er in die Wälder hinaus. Die Vierte Frucht war der Mensch. Bescheiden begann er zu siedeln und fruchtbare Felder zu bewirtschaften, errichtete sich Haus und Hof und erfreute sich üppiger Ernten. Allerorts entsprangen seine Werke.
Nachdem die Göttinnen ihre Schöpfung mit Zufriedenheit betrachtet hatten, kehrten sie zurück gen Himmelreich. Am Ort ihrer Zusammenkunft hinterließen sie der Welt das heilige Triforce. Das Geschenk der Götter an ihre Kinder gilt seither als Symbol göttlicher Vorsehung und Schutz gegen Xeron. Die Stätte des Tempels des Lichts, in dem die Dreimacht ruht, ist das Heilige Reich, umgeben vom Goldenen Land.
Letztmalig wandten sich die Schöpferinnen dem Werk zu und fürchteten die Gefahr, die geschenkte Macht mochte Unheil anrichten. Deshalb entnahm Farore der Vierten Frucht eine Fünfte, ein Volk, und erteilte ihm eine Aufgabe. Auf die Suche nach dem Goldenen Land sollte es sich begeben und ward es fündig, sich niederlassen. Das Triforce sollte unberührt bleiben und ihre Pflicht sollte es sein, es vor aller Gier zu schützen. Geboren waren die Selenen, das auserlesene, das Alte Volk. Dem Auftrag der Götter dienend reiste es durch die Lande und verkündete die Vorsehung.
Durch die Spaltung in die Gegensätze von Licht und Dunkelheit entkräfteten die Göttinnen den Herrn des Chaos. Solcherlei Gewalten muteten zu stark und fatal an, um sie vollends zu bannen, obschon waren die geschaffenen Niederhöllen, dem Heiligen Reiche entgegen, dazu gedacht. Zuweilen wurden darum zwei Geschöpfe des gleichen Geschlechtes zu Avataren der göttlichen Gegenteile auserkoren, damit die Macht Xerons nimmermehr auferstand.
Vom Beginn der Zeit an wandelten jene fünf Völker über die Welt der Allmächtigen und gehorchten dem göttlichen Willen. Unter ihnen lebte das Alte Volk, ein Pendlervolk, ohne sich selbst einen Namen zu verleihen. Gemäß seiner Bestimmung zog es auf der Suche nach dem Goldenen Land durch die Weiten und unterrichtete die Völker im Glauben und Frieden. Sie nannten es die Sternfahrer, die Selenen.
Nicht in den Herzen aller verdrängte diese Gnade die Gier. Seinerzeit geschah, dass Selenen dem finsteren Verlangen nach Macht untertan in einer Verschwörung die Finger nach dem Triforce reckten. Abgewehrt ward der niederträchtige Versuch und vertrieben jeder Frevler mitsamt seiner gesamten Sippschaft in die Tiefen der Wüste. Von da an hießen sie Ajiem und Verstoßene waren sie. Zum Zeichen der Verbannung verloren sie die besonderen Ohren, ungehört sollten die Stimmen der Götter von ihnen bleiben. Kundig der Dieberei und Kriegskunst überlebten sie in der Öde. List half ihnen zunächst, obschon sie das Los anerkannten und eine eigene Kultur gebaren.
Jung war die Schöpfung, da sich der Göttinnen Irrtum gegen sie auflehnte. Gebannt und gespalten sollte Xeron sein, sein Wille jedoch verblieb im Part der Dunkelheit und ergriff Besitz von jenem Avatar und ward der Todbringer. Gleich einer Krankheit grassierten die Vorboten des Niedergangs, wagend die Welt in den Schlund des Chaos zu zerren. Unter dem Aufgebot aller Fertigkeiten und Hoffnungen konnten die Selenen zur rechten Zeit noch den Todbringer, Schatten Xerons, als Verbannten in die Niederhöllen sperren. Nach dem Siege sprachen sie die übrigen Völker von der Erinnerung los und sie trübten nicht die Zukunft, in welche sie des Lichtes wohlwollender Avatar, eine Tochter aus dem Königsgeschlecht der Selenen, die sie zur Ehrung Hylia riefen, geleitete.
Hold lächelte das Licht des Friedens auf die siegreichen Völker herab, lag endgültig das ersehnte Geheimnis der Dreimacht vor ihnen, wenngleich sie unfähig blieben, es zu erfassen. Durch die Arroganz und den Glauben bestrickt, die Beschützer des Triforce zu sein, erkannten auch die Weisen nicht das nahende Verhängnis. Aus Intrigen spann es verborgen seine Netze.
Fortwährend zerfraß das Verlangen nach Macht den Nachfolger eben jenes hylianischen Weisen. Am Ende versank er in Finsternis und sein Wunsch nach dem Triforce ward zum Wahnsinn. Kaum dass die Wache der Weisen an Aufmerksamkeit einbüßte, erfüllte er den Herzenswunsch. Jedwedes Hindernis überwand er, bis ihn nichts mehr von der Dreimacht trennte. Als er das Heilige Reich zu durchschreiten versuchte, scheiterte er, zu schwach war er und ward von der Seele des letzten Weisen vom Blut der Selenen aufgehalten. Trotzdem griff das Verderben durch seine Hand um sich, denn Misstrauen und Hass regierten die Herzen. Aus der gesäten Uneinigkeit unter den Völkern erblühten die Umsturzkriege. Die einen stritten in ihnen der Götter, die anderen der Ländereien und einige gar des Stolzes wegen. Allein die Waffen sprachen im wilden Tumult, den niemand zu gewinnen vermochte außer der Untergang.
Den Nachfolger des Weisen, der die Kriege durch seine Begierde hervorgerufen hatte, und seine Blutlinie, verfluchte der König der Hylianer, sich ewig zu befehden und im Schatten zu verenden. Denn zu betrügen hatte er die Völker um das Triforce versucht und des Herrschers jüngste Tochter geraubt. Gegen den Verräter wandte sich seine Sippschaft und bat um Gnade. Seit diesem Tage, da der Monarch Mitleid mit ihnen empfand, diente das Volk der Shiekah, entsprungen jenem Geschlecht, mit wachsamen Auge der Königsfamilie. Ein treuer Schatten ward es und entkam dem Fluch. Vom Vergangenen geprägt schworen sich die Völker des Lichts immerzu den Frieden zu erhalten und führten das Land in eine glorreiche Ära.
Frisch sprangen die Blüten des Friedens auf, als die Ajiem durch ein vergessenes Vermächtnis der Selenen zur Magie gelangten. Voller Zweifel beobachteten die Augen der Hylianer den Schatz, betrachteten sie sich als rechte Erben, und nicht lange, da gab der König den Shiekah jenen Befehl, ihm das Geheimnis der Geächteten darzulegen, damit es zu keiner Bedrohung keimte.
Es widerstrebte den Ajiem, den rechtmäßigen Fund anderen Völkern auszuhändigen, und sobald die Shiekah die Order befolgten und ihnen das Eigentum unwiederbringlich entwendeten, vergalten sie es. Über die Diener des Königs richteten die zu Wächterinnen des Geheimnisses berufenen acht Schwestern mit flammendroter Haarpracht, unzählige Fürsten des Schattenvolkes mordeten sie im Zorn. Das Verbrechen an den bedeutenden Männern ward daraufhin gesühnt: Vertraut mit den schwarzen Mächten verwünschten die Shiekah den Stamm der Ajiem zur Strafe für die Tat der Schwestern. Alle hundert Jahre sollte ihnen mehr ein Mann geboren werden, den sie ihrer Tradition getreu zum König krönen konnten. Auf dass sie als Verfluchte zu erkennen waren, ward ihnen das feuerrote Haar zum Symbol. So gingen die Ajiem in das Frauenvolk der Gerudos über, ungestillt brannte in den Herzen der Ruf nach Sühne und unselig und verstoßen verharrten sie gleich ihrer Ahnen in der Wüste.
Nichtige Streitigkeiten veranlassten die Gebietskriege. Zunächst erboste es Goronen, fluteten Zoras bedeutende Felsebenen. Hernach ärgerten sich die Zoras über Flüsse, verschüttet von den Goronen durch das Anlegen ihrer unterirdischen Bauten. Der Groll steigerte sich und gipfelte im Krieg, anfangs ein Disput zwischen diesen beiden Völkern, ehe andere Anwohner unter den Ausschreitungen zu leiden begannen.
Da witterten die Gerudos Gelegenheit, Vergeltung zu üben. Zwietracht säten sie mit spitzen Zungen im hylianischen Volk und spalteten es in zwei Fraktionen. Bald verlangten einige Hylianer, zur Beendigung und Vermeidung größerer Gefahr in den Krieg einzugreifen; andere wollten weiter Neutralität wahren. Lauter ward die Stimme des Volkes und heftiger der Ruf nach Waffengewalt. Das Zögern des Königs endete in einem Aufstand Kriegshungriger und er musste sich den rebellischen Worten beugen. Für den Frieden rückte man zu einem Gefecht aus und Beistand erfuhr die Hylianische Armee durch die zuverlässigen Shiekah, die Diener der Königsfamilie.
Obzwar sich die Lichtvölker nach den Vorfällen abermals versprachen, den Frieden nicht zu brechen, sollte die Ruhe nicht lange währen. Vorgeblich reiste jener Krieger der Wüste, Abkömmling und legitimer König der Gerudos, unter dem Zeichen der Versöhnung nach Hyrule. Gier und Niedertracht beherrschten ihn in Wahrheit, seine Seele hatte er schwarzen Mächten gewidmet und heimtückisch erschlich er sich das Vertrauen des Königs. Insgeheim begehrte er das Triforce und allein die Prinzessin des Schicksals wusste durch Visionen darum. Aufgrund ihres jungen Alters ward ihren warnenden Worten kein Gehör geschenkt.
Zuletzt ward das Geschehenen zur Erinnerung, einer Illusion der Gedanken, drehte man die Zeit zu dem Punkt zurück, an dem sich das Unglück entfaltete. Ohne den Herrn waren seine Schergen erheblich geschwächt und in den folgenden Jahren durch die Hylianischen Streitkräfte geschlagen, wenngleich sie deren Feldherrn erbittert befehdeten. Den Auserwählten pries man den Helden der Zeit und es ward ihm ermöglicht, die geopferte Zeit zu erfahren. Schwer lastete das Erlebte dennoch.
Jahre der Reisen und Abenteuer des Helden der Zeit, von denen nur er wusste, endeten schließlich und die Liebe zur Prinzessin des Schicksals holte ihn zurück nach Hyrule. Hindernisse drohten, jedoch zerstörte nichts die Empfindungen zwischen ihnen und die Prinzessin gebar dem Helden zwei Töchter. Ebenso voller Vergänglichkeit war das Glück und eines Tages ward die Prinzessin hinterhältig umgebracht.
Seit jenem Tag zieht der Held der Zeit umher, sinnend auf Rache und verbannt und verachtet vom König, welcher ihm die schmerzliche Familientragödie anlastet, verblieben an seiner Seite einzig die beiden Enkelinnen.
Ins Land zogen Jahre –
erfüllt von trügerischem Frieden.
Im Jahre 1150 n. HZ. werden am 19. Oktober neun Jahre seit der Ermordung der Prinzessin Zelda Isilia IV. vergangen sein. Siebenundzwanzig Jahre liegen sowohl die Verbannung des Dämonenkönigs als auch der darauf ohne ihn stattfindende Anfang der Illusionskriege zurück; vor zwanzig Jahren endeten die Gefechte mit seinen Schergen.
Credits
|
Für diesen Artikel verwendete Artwork: ► Protect the Queen by Merlkir ► Three Goddesses - Speed Paint by Mudora ► Zelda: The Last Hyrulian War by gamefan84 |

















